Handwerk | Kunst | Musik

Handarbeit

Die Handarbeit ist zusammen mit musischen und handwerklichen Fächern eine wichtige Grundlage im Unterricht der Waldorfschule. In der 1. Klasse beginnen die Kinder, frisch geschorene Wolle zu bearbeiten, zu färben und zu Fäden zu drehen. Ihre Freude an schönen Dingen hilft ihnen dabei, Stricken, Häkeln, Nähen und Sticken zu lernen. Mit diesen Fertigkeiten stellen sie in den ersten Schuljahren Gegenstände wie Flötenbeutel, Taschen, Stofftiere, Puppen, Strümpfe, Mützen und Handschuhe her.

 

In der 8. Klasse lernen sie, mit der Nähmaschine umzugehen. Oft helfen sie auch beim Nähen der Kostüme für ihr großes Theaterstück. Im 9. Schuljahr schneidern die Schülerinnen und Schüler ein selbst entworfenes Kleidungsstück – eine anspruchsvolle Aufgabe, die zeigt, wie viel sie bereits gelernt haben. In der 10. Klasse kommen die Techniken Spinnen und Weben hinzu, die sowohl Geschick als auch gutes Planen erfordern.

 

In der 11. und 12. Klasse beschäftigen sie sich mit Buchbinden und Kartonage. So lernen die Schülerinnen und Schüler über die Jahre, Verantwortung für ihre Arbeit zu übernehmen und "die Fäden selbst in die Hand zu nehmen".

Musik

"Singen ist die eigentliche Muttersprache der Menschen." (Yehudi Menuhin)

Der Musikunterricht wird von der 1. bis zur 12. Klasse unterrichtet. In der Unter- und Mittelstufe findet er nicht nur in den Musikstunden, sondern auch im Haupt- und Fremdsprachenunterricht statt. In der Mittelstufe entstehen in einigen Klassen kleine Klassenorchester. Ab der 5. Klasse gibt es außerdem einen Chor und ein Mittelstufenorchester. Später übernehmen der Oberstufenchor und das Oberstufenorchester diese Rolle.

 

Musik ist sehr wichtig für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Der Musikpädagoge Prof. Dr. Hans Günther Bastian hat in einer Langzeitstudie gezeigt, dass aktives Musizieren nicht nur musikalische Fähigkeiten fördert, sondern auch soziale Kompetenzen, Motivation, Intelligenz, Kreativität, innere Ruhe und die Fähigkeit, Probleme zu lösen, deutlich verbessert.

 

Der Musikunterricht beginnt in den ersten beiden Klassen mit der Quinten-Stimmung und einfachen Liedern. Später lernen die Kinder Kanons und Mehrstimmigkeit. In der Mittelstufe entdecken sie andere Kulturen, spannende Rhythmen, neue Instrumente und das Leben berühmter Musiker. In der Oberstufe beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit den großen Epochen der europäischen Musikgeschichte und erreichen schließlich die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts.

Werken, Holz, Metall, Ton, Malen, Steinhauen

Der Werkunterricht beginnt damit, dass die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Werkzeug für das Schnitzen und den Gartenbau herstellen. Beim Schnitzen von Schalen, Tieren, Löffeln oder anderen Formen merken sie schnell, dass „einfach“ nicht immer „leicht“ bedeutet. Später fertigen sie bewegliche Spielzeuge an, die sie mit wachsender Erfahrung oft selbst entwerfen.

 

In der Oberstufe kommt Metall als neues Material hinzu. Beim Schmieden und Kupfertreiben lernen die Schülerinnen und Schüler neue Techniken und verbessern ihre Fähigkeiten. Bei der Holzbearbeitung wird nun besonders darauf geachtet, dass die Werkstücke, wie Möbel oder Spiele, genau passen und gut funktionieren. Die Arbeit wird dadurch immer praktischer.

 

Im 11. Schuljahr arbeiten die Jugendlichen wieder mit Ton. Sie stellen Tongefäße her und nutzen dafür verschiedene keramische und künstlerische Techniken. Im 12. Schuljahr beschäftigen sie sich mit der Gestaltung von menschlichen Figuren und Köpfen. Außerdem lernen sie das Steinhauen, was eine ganz neue Erfahrung mit einem weiteren Material bringt. Malen und Zeichnen begleiten den Werkunterricht während der gesamten Schulzeit.

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